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Fairtrade-Produkte im IIS-Infoladen

Hintergrund unseres Fairtrade-Engagements

Seit dem 09. September 2011 stehen im gemeindeeigenen Bücher- und Infoladen des IIS e.V. fair gehandelte Produkte im Regal. Damit sind wir Deutschlands erste Moscheegemeinde, die nicht nur fair gehandelte Produkte verkauft, sondern gleichzeitig sich gemeindeübergreifend für den Fairen Handel aus tiefer Überzeugung stark macht.

Die Idee entstand bei einer Veranstaltung zum Thema „Islamische und Katholische Jugendarbeit in Nigeria“ im Herbst 2009. Gemeinsam mit dem Weltladen Bornheim in Frankfurt wurde damals der Grundstein für das heutige „Fairtrade-Segment“ unseres Bücherladens gelegt.

Zweierlei Gründe veranlassten uns schlussendlich zum Verkauf fair gehandelter Produkte: Zum einen ist der gerechte Handel, speziell in Verbindung mit Güte und Barmherzigkeit, ein zutiefst islamisches Prinzip (Siehe hierzu Broschüre "Fairtrade und Islam"). Deswegen ist es uns ein besonderes Anliegen, innerislamisch für das Thema „Fairer Handel“ zu sensibilisieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Zum Anderen soll der Verkauf Türen zum Dialog öffnen.

Hier findet Ihr übrigens alle aktuellen Informationen zu unserem Fairtrade-Engagement...

Was ist Fairtrade?

„Fairtrade“, wie der Name schon sagt, meint „Fair handeln“. Dahinter stehen Vereine wie TransFair - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e.V. Der Verein vergibt ein Fairtrade-Siegel auf Produkte, die die strengen Fairtrade-Standards einhalten. Zu diesen Standards gehören natürlich an aller erster Stelle faire Löhne für die Bauern und Beschäftigen in den produzierenden Länder und die sich daraus ergebenden besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Außerdem sind illegale Kinderarbeit, Zwangsarbeit und ausbeuterischer Zwischenhandel verboten. Dadurch ermöglicht Fairtrade den Bauern, die vom Welthandel oft weitestgehend ausgeschlossen sind, die Erschließung globaler Absatzmärkte. Die Einhaltung dieser Standards überwacht die Zertifizierungsorganisation „Fairtrade Labelling Organizations International“ (FLO). Übrigens sind bereits ca. ¾ der Fairtrade-Produkte mit einem Bio-Siegel versehen. Das bedeutet, dass auch auf ökologische Gesichtspunkte großen Wert gelegt wird.

Warum Fairtrade?

Wir haben eine Kaufkraft: Wir unterstützen mit dem Kauf eines Produkts nicht nur das Unternehmen an sich sondern auch deren Handelspolitik. Am Beispiel der Schokolade zeigt sich dies besonders deutlich. Ein Journalistenteam der ARD machte vor einiger Zeit mit der Dokumentation „Elfenbeinküste - Schokolade ohne bitteren Beigeschmack?“ darauf aufmerksam, dass ein Großteil der Arbeiter auf Kakaoplantagen der Elfenbeinküste, dem weltgrößten Produzenten von Kakaobohnen, Kindersklaven sind. Die größten Abnehmer jener Bohnen sind die bekannten Hersteller wie Nestlé, Cargill, ADM und Barry Callebaut. Bei dem Kauf konventionelle Schokolade, egal in welcher Form, ist die Wahrscheinlichkeit also erschreckend groß, dass die darin verarbeiteten Kakaobohnen von Kindersklaven geerntet wurden. Durch den gezielten Kauf von Fairtrade-Schokolade kann man sich ganz bewusst gegen diese menschenverachtende Unternehmenspolitik entscheiden!

Ein nachhaltiges Engagement, den Menschen in Somalia, Palästina, Syrien und überall auf der Welt zu helfen, liegt im gezielten Kauft von fair gehandelten Produkten. Man befähigt die Produzenten in Unabhängikeit zu arbeiten und auf eigenen Beinen zu stehen. Eine Geldspende, wenngleich nicht weniger wichtig, mag hingegen nur von kurzfristiger Hilfe sein.

Werdet eine Fair-Trade-Moschee

Schön dass Sie sich dazu entschlossen haben, sich dem Fairen Handel zu öffnen. Hier möchten wir Ihnen in wenigen Punkten hilfreiche Tipps geben, die den Weg hin zu einer Fair-Trade-Moschee erleichtern sollen. Zweierlei Faktoren spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle:

Zum einen ist der gerechte Handel, speziell in Verbindung mit Güte und Barmherzigkeit, ein zutiefst islamisches Prinzip. Vorderstes Anliegen ist deshalb, innerislamisch für das Thema „Fairer Handel“ zu sensibilisieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Diese Broschüre ist da ein guter Anfang. Sie können sie in Ihrem Gemeindeladen und der Moschee auslegen, eine Freitagspredigt zum Thema Fair Trade halten und die Broschüre nach dem Freitagsgebet oder bei islamischen Festlichkeiten verteilen. Gerne stellen wir Ihnen hierfür kostenlos weitere Broschüren und eine ausgearbeitete Freitagspredigt zum Thema zur Verfügung. Überdies finden Sie auf den Internetseiten von Fairtrade Deutschland, der GEPA – The Fair Trade Company und dem Forum Fairer Handel die Rubrik „Mitmachen“. Dort lassen sich beispielsweise kostenlose Infomaterialien bestellen oder Infos zu verschiedenen Kampagnen finden, an denen sich Vereine, Schulen und andere Institutionen beteiligen können.

Zum Anderen öffnet die Auseinandersetzung mit dem Thema Fair Trade wichtige Türen des Dialogs. Sie können sich beispielsweise an den Weltladen Ihrer Stadt wenden, gemeinsam eine Veranstaltung (z.B. ein faires Frühstück in der Moschee) organisieren oder in Kooperation mit dem Weltladen fair gehandelte Produkte im Gemeindeladen verkaufen.

Gerne helfen wir Ihnen bei der Umsetzung Ihres Vorhabens persönlich. Sie können sich jederzeit an uns wenden (IIS e.V.: infoladen@iisev.de, Weltladen Bornheim: info@weltladen-bornheim.de).

Vorträge zum Thema

Freitagspredigt von Mohammed Johari, gehalten im Rahmen der Einführung der Fairtrade-Ecke:

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