Kanutour mit dem IIS Jugendtreff vom 11.-12.07.09

Der Jugendtreff des IIS Frankfurt hat eine Kanutour vom 11.-12.07.09 organisiert. Im folgenden schildere ich meine Eindrücke von der Reise.

Anfahrt

Als ich um kurz nach 9:00 Uhr morgens im IIS in Frankfurt ankam, waren bereits eine Hand voll Geschwister im Hof der Moschee lachend am Fußballspielen. Ich freute mich, sie zu sehen und habe meine Taschen zu denen der anderen gestellt. Diese waren übersichtlich gepackt, da wir bereits am Vortag alle schweren und für das Kanufahren unpraktischen Sachen, wie die Schlafsäcke, Zelte, den Grill usw., mit dem Auto zur ersten Tagesetappe, einem Campingplatz, gefahren hatten.

Nachdem alle im IIS eingetroffen waren, sind wir gemeinsam zum Hauptbahnhof gelaufen. Von dort aus fuhr unser Zug um 09:52 Uhr nach Wetzlar, unserem Startpunkt.

Während der Fahrt haben wir uns über die bevorstehende Kanutour unterhalten und uns gegenseitig vorgestellt. Die meisten waren mir aus der Jugendgruppe bekannt. Wir hatten aber auch zwei Nicht-muslimische Teilnehmer dabei, die die Gruppe schön ergänzten.

Wir sind kurz nach 11:00 Uhr im Hauptbahnhof Wetzlar eingetroffen. Zum Startpunkt unserer Tor – ein Campingplatz ca. 15 min. Fußweg vom Bahnhof entfernt – mussten wir laufen. Am Campingplatz angekommen, wartete bereits die Vermieterin der Kanus auf uns. Nach einer kurzen Einweisung konnte es losgehen. Wir verstauten unser Gepäck wasserfest in Tüten und kleinen, verschließbaren Plastikbehältern. Ab jetzt waren wir – 14 Männer und fünf Kanus – auf uns alleine gestellt und konnten machen, was wir wollten. Es gab nur noch ALLAH, das Wasser und uns :)

Es geht los

Einer nach dem Anderen sind wir in unsere Kanus geklettert und wackelten die ersten Meter auf dem Wasser ziemlich unprofessionell hin und her:) Wir hatten tolles Wetter (noch!) und nach ein paar Paddelschlägen sind wir dann doch ganz gut vorangekommen. Trotzdem war es gar nicht so leicht, als Gruppe zusammenzubleiben. Ständig setzten sich Geschwister ab oder fielen zurück oder paddelten ungewollt Slalom von der einen Uferseite zur Anderen. Dies führte dann des öfteren dazu, dass wir auf Brüder oder Brüder auf uns ein bisschen warten mussten, damit es dann Geschlossen weiter gehen konnte.

Plötzlich fing es an zu regnen. Unser Kanu war zu dem Zeitpunkt ganz vorne. Wir hatten die Anderen aus dem Blick verloren. Der Regen wurde immer schlimmer. SubhanaAllah, so einen Regen habe ich lange nicht erlebt. Wir saßen in unseren kleinen Kanu-Schälchen und es schüttete vom Himmel in solchen Mengen herab, dass dar Fluss aussah als würde hineingeschossen. Dabei war der Regen so dicht und die Tropfen dick, dass man wie bei Nebel nicht weit sehen konnte. Trotzdem entschlossen wir uns, auf die Zurückliegenden zu warten. Als nach einigen Minuten immernoch keiner zu sehen war, kehrten wir um und paddelten gegen die Fahrtrichtung einige Meter zurück, bis wir auf Abdullahs Kanugruppe trafen, die uns berichteten, dass ein Kanu während des starken Regens gekentert, aber alles in Ordnung sei.

Kurz darauf trafen die gekenterten Geschwister bei uns ein – nass vom Regen und vor allem nass vom unfreiwilligen Bad. Sie erzählten, dass sie in die Böschung gepaddelt waren und weil Bäume und Sträucher bis ins Wasser hineinreichten, lehnten sich alle – um den Ästen auszuweichen – auf die Seite. Das Kanu kippte um und alle landeten im Wasser.

Ankunft beim Campingplatz

Nach mehreren Stunden Fahrt, insgesamt 16 km Strecke und nur kleinen Pausen, waren wir froh, erschöpft und hungrig an der ersten Tagesetappe, dem Campingplatz „Scholek“, angekommen zu sein. Alhamdulillah, alle sind gesund. Wir mussten nur noch die Kanus eine kleine, matschige Böschung hochschleppen und konnten uns dann ganz dem Aufbau der Zelte und dem Grillen widmen. Es gab leckere Würstchen und Hamburger, die uns unser Grillmeister Najam auf die Hände zauberte.

Nach dem Essen und dem Aufbau der Zelte – es war immer noch hell – spielten wir Fußball, Frisbee, Federball und andere Spiele. Als es dunkler wurde, gab es bei Tee und einem kleinen Lagerfeuer eine gemütliche Runde, in der wir ALLAH und Seinem Gesandten (saw) gedachten.

Im Anschluss daran, es war bestimmt schon 02:00 Uhr morgens, sind wir vereinzelt in unsere Zelte getaumelt. Ich war müde, satt und mir hat alles wehgetan. Ich habe mich auf meinen Schlafsack gefreut:).

Das Früh-Gebet beteten wir gegen 04:30 Uhr. Frühstück gab es kurz nach 09:00 Uhr. Wir konnten also noch ein wenig Schlaf nachholen.

Nach dem wir uns mit dem Frühstück gestärkt, die Zelte wieder abgebaut, alles Eingepackt und wieder startklar gemacht hatten, ging es los zur zweiten Tagesetappe, jedoch nur noch zu zwölft. Ein Bruder ist krank geworden und in Begleitung wieder nach Hause gefahren.

2. Etappe

Wir waren alle noch ein bisschen erschöpft, als wir die Kanus zum zweiten Mal bestiegen. Dafür hatten wir eine weitaus schönere Strecke vor uns. Zeitweise paddelten wir durch Waldlichtungen mit sehr breitem Fluss und streckenweise erhoben sich links und rechts von uns hohe Wälder. Insgesamt ging alles ein bisschen langsamer voran als am Vortag. Die Kräfte sind größtenteils entschwunden. Kanufahren ist anstrengender als ich dachte.

Den ersten größeren Zwischenstopp machten wir in Löhnberg bei einer großen Schleuse. Wir entspannten kurz, diskutierten über die Weiterfahrt, aßen jeder ein Eis und beteten auf einem Parkplatz unser Mittagsgebet unter der Beobachtung staunender Senioren, die auf einer Bank sitzend direkt neben uns ihrerseits ein Päuschen einlegten.

Nun war es nicht mehr weit zu einem kleinen „Highlight“ – deutschlands einzigem Schifffahrtstunnel. Der Tunnel ist knapp 200 Meter lang und über 6 Meter hoch und relativ dunkel, da an seinem Ende eine riesige Schleuse steht, die man erst öffnen muss, um weiter fahren zu können.

Nach dem Tunnel war die Fahr sehr entspannt. Teilweise lagen wir in unseren Kanus, haben unsere Füße ins Wasser baumeln und uns von der leichten Strömung über die Lahn treiben lassen.

Ich habe gemerkt, wie müde und erschöpft ich war. Und als ich so in die Gesichter der anderen schaute, merkte ich, dass es ihnen ähnlich erging: Wir alle wollten ans Ziel nach Gräveneck.

Endlich am Ziel angekommen, stellten wir fest, dass wir die Kanus eine Station zu früh aus dem Wasser gezogen hatten. Alles Jammern brachte nichts. Wir mussten die Böötchen wieder ins Wasser lassen, wieder paddeln, um sie dann ein paar Meter weiter endgültig aus dem Fluss zu ziehen und an den mit dem Kanuvermieter vereinbarten Ort abzustellen. Geschafft… Endlich :)

Heimfahrt

Müde und erschöpft haben wir die Kanus sauber gemacht, unsere Schwimmwesten abgelegt, die Tüten geleert, uns umgezogen und alles zurückgelassen, was nicht uns gehörte. So machten wir uns auf den Weg zu dem kleinen Bahnhof der Stadt, der nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt lag. Alhamdulillah, schon fünf Minuten nach unserem Eintreffen kam die Bimmelbahn, die uns sicher in Richtung Heimat brachte. Es wurde nicht viel gesprochen. Ich schloss meine Augen und spürte  das Wippen des Wassers auf meinem Körper, als säße ich noch in unserem Kanu.

Termine:

Samstags
(Mädchentreff)
Jeden 2. und 4. Sa.
14:30 - 17:00 Uhr

(Brüdertreff)
19:00 – 22:00 Uhr

Sonntags
(Frauentreff)
14:30 – 16:30 Uhr

Kontakt:

E-Mail
(Brüdertreff)
jugendtreff@iisev.de

E-Mail
(Frauentreff)
frauengruppe@iisev.de

E-Mail
(Mädchentreff)
amatullah@iisev.de